Tinnitus

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Übersicht zu Tinnitus

Bei Tinnitus handelt es sich um die anhaltende oder wiederholte Wahrnehmung eines Geräuschs oder Tons: In den Ohren der Betroffenen klingelt, rauscht, piept oder pfeift es. Mal lauter, mal leiser, doch der Krach im Ohr bleibt ein ständiger Begleiter.

Aktuellen Erhebungen zu Folge haben fünf Prozent der Bundesbürger täglich darunter zu leiden. Nur die Dunkelziffer, die tatsächliche Zahl der Tinnitus-Patienten ist höher.

Ursachen und Symptome von Tinnitus


Ursachen

Tinnitus

Tinnitus

Wie es zu Tinnitus kommt, ist noch nicht endgültig aufgeklärt. Frühere Thesen gingen davon aus, dass die Ohrgeräusche die Folge von anhaltenden Durchblutungsstörungen im Innenohr sind. Dies kann inzwischen zu den wissenschaftlichen Akten gelegt werden. Heute ist man der Auffassung, dass Tinnitus aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren entsteht.

Eine zentrale Rolle spielt darin die individuelle Fähigkeit zur Bewältigung von Stress. Er hat sich als Hauptursache entpuppt. Denn Tinnitus ist in fast allen Fällen die Folge von dauerhafter körperlicher und seelischer Überlastung, die das Hörsystem unter Druck setzt. Das erklärt, was heute medizinischer Konsens ist: Die Ohrgeräusche sind keine Krankheit, sondern ein Symptom. Ebenso wie Schmerz signalisiert es dem Betreffenden, dass etwas nicht stimmt.

Tinnitus kann mithin als Warnsignal von Körper und Psyche gesehen werden.

Neben chronischem Stress kann es, wenn auch weitaus seltener, durch Störungen im Hörnerv oder im Hörzentrum sowie unter anderem durch Mittelohrentzündungen oder Arteriosklerose zu der Erkrankung kommen.


Symptome

Neben den für die Betroffenen überaus belastenden Ohrgeräuschen zeigt sich Tinnitus auch durch stechende und ziehende Schmerzen in einzelnen Bereichen des Kopfes und am Nacken. Diese können in den Bereich der Halswirbelsäule und bis zwischen die Schulterblätter ausstrahlen. Zudem bestehen oftmals Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Muskelverspannungen, Schwindelanfälle, Angstzustände und depressive Verstimmungen. Insgesamt setzt Tinnitus die Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit deutlich herab und führt zu massiven Beeinträchtigungen im Privat- und Berufsleben.

Weitere Informationen

Ohrgeräusche kennt nahezu jeder. Sie kommen auf einmal und gehen wieder – nichts Ungewöhnliches. Doch bei einigen Menschen hält der Lärm im Ohr an. Wird lauter und wieder leiser, bleibt jedoch ein ständiger Begleiter.

Details


Aufbau des Ohres

Das Ohr ist in drei Abschnitte gegliedert: das äußere Ohr, das Mittelohr und das Innenohr.

  • Äußeres Ohr

    Zum äußeren Ohr gehören die Ohrmuschel und der äußere Gehörgang. Die Ohrmuschel besteht überwiegend aus elastischem Knorpel. Sie setzt sich in den Anfangsbereich des äußeren Gehörganges fort und hat die Funktion eines Schalltrichters – sie lenkt die eingehenden Schallwellen weiter zum äußeren Gehörgang. Dieser ist drei bis dreieinhalb Zentimeter lang und besteht aus einem inneren knöchernen und einem äußeren knorpeligen Abschnitt. Der äußere Gehörgang leitet den Schall von der Ohrmuschel weiter in Richtung zum Mittelohr. In der Haut des knorpeligen Teils liegen Haarfollikel, Talgdrüsen und die Ohrschmalzdrüsen.

  • Mittelohr

    Der mittlere Abschnitt des Gehörorgans umfasst das Trommelfell, die Paukenhöhle und die Ohrtrompete. Das Trommelfell liegt am Ende des knöchernen Gehörganges und grenzt den äußeren Gehörgang gegen die Paukenhöhle ab. Es besteht größtenteils aus straffem Bindegewebe, das nur in einem kleinen oberen Areal schwächer ausgebildet ist. Die Membran des Trommelfells wird durch die auftreffenden Schallwellen in Schwingungen versetzt und überträgt diese zur Paukenhöhle. In deren Innerem liegen die mit Schleimhaut überzogenen Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel – die kleinsten Knochen unseres Körpers. Der Hammer besteht aus Griff, Hals und Kopf. Der Griff des Hammers ist in das Trommelfell eingelassen. Der Amboss ist über ein Sattelgelenk mit dem Hammer verbunden und setzt sich aus einem Körper sowie einem langen und einem kurzen Schenkel zusammen. Der Steigbügel ist an seinem Köpfchen durch ein Gleitgelenk mit dem Amboss verbunden. Seine Fußplatte mündet in das ovale Fenster.
    Über die so genannte Gehörknöchelchenkette werden die durch die Schallwellen hervorgerufenen Schwingungen des Trommelfells auf das Innenohr übertragen: Die Fußplatte des Steigbügels leitet die Schallschwingungen durch das ovale Fenster an die Lymphe im Innenohr weiter. Dabei konzentriert sich der Schalldruck auf das bis zu 22-Fache. Die Ohrtrompete verbindet das Mittelohr mit dem Rachenraum und dient dem Druckausgleich, beispielsweise beim Fliegen und Tauchen.

  • Innenohr

    Das Innenohr liegt eingebettet im Felsenbein und besteht aus einem umfangreichen System von Hohlräumen, dem knöchernen Labyrinth. Dieses ist mit einer Flüssigkeit, der so genannten Perilymphe gefüllt und enthält das Hörsinnesorgan, die knöcherne Schnecke sowie das Gleichgewichtsorgan. Bei der Schnecke handelt es sich um einen Gang, der sich 2,5mal um eine knöcherne Spindel windet. Dieser Gang ist in drei voneinander getrennte Räume unterteilt. Mittig liegt der mittlere Schneckengang, darüber die Vorhoftreppe und darunter die Paukentreppe. Vorhof- und Paukentreppe sind jeweils mit Perilymphe gefüllt und enden am ovalen Fenster sowie am runden Fenster. Der Schneckengang ist dagegen mit der so genannten Endolymphe gefüllt und grenzt mit einer Basilarmembran an die Paukentreppe. Auf dieser Basilarmembran liegt das Corti-Organ – das eigentliche Hörorgan mit rund 15.000 in Reihen angeordnete Hörsinneszellen und Stützzellen.


Lärm: allgegenwärtiges Risiko

Unsere Augen können wir schließen, unsere Ohren jedoch nicht. So ist es beachtlich, was tagtäglich an Schallwellen auf unser Trommelfell eintrifft. Ob und wie sehr wir dabei körperlich und psychisch Schaden nehmen, hängt von der Stärke und der Dauer der Lärmbelastung sowie von der Pause ab, die unseren Ohren zur Erholung gegönnt ist. Neben diesen messbaren Größen spielen aber auch die subjektive Lärmbeurteilung und Empfindlichkeit eine wichtige Rolle.


Skala der Gefahr

Überschreitet die Beschallung 85 Dezibel dB(A), beginnt es für das Gehör gefährlich zu werden – halt dieser Krach an, ist der Hörschädigung der Weg geebnet. Dauerhafte Belastungen von 60 bis 65 dB(A) führen nach jüngsten Erkenntnissen der Lärmwirkungsforschung bereits zu Stress und damit zu einer Beeinträchtigung der Gesundheit. Und schon Schallpegel von 40 bis 45 dB(A) verändern die Schlafphasen und mindern die Qualität der Nachtruhe.
Zum Vergleich: Ein normales Geräusch in der nächsten Umgebung schlägt mit 60 Dezibel zu Buche. Der Lärm einer verkehrsreichen Straße oder Autobahn bereits mit 80 Dezibel. 90 Dezibel bringt ein schwerer Lastwagen auf das Trommelfell, beim Disko-Besuch sind es dann 110 Dezibel. Richtig wehtun können Schallwellen ab 120 Dezibel. Wenn man nun bedenkt, dass Fluglärm Pegel von 130 Dezibel verursacht. Übertroffen wird das nur noch vom Knallen in Ohrnähe, beispielsweise durch Sylvesterkracher. Bleibende Hörschäden bereits nach einem Lärmereignis sind dabei keine Seltenheit.

Diagnose und Therapie

Das hhp Therapiesystem

Die Andullationstherapie ist einer der wirksamsten Behandlungsmethoden bei Tinnitus. Mit ihrer Hilfe lässt sich Stress wesentlich besser bewältigen – die Grundlage, um die Ohrgeräusche dauerhaft zu beseitigen. Die regelmäßige Anwendung macht nachhaltig resistenter gegen Stress und schützt vor dessen negativen Effekten.

Denn die Andullationstherapie stoppt Stress in seinem schädlichen Wirken, indem sie den auf hohen Touren laufenden Sympathikus zur Ruhe bringt und im Gegenzug den Parasympathikus anregt.

Das Ergebnis dessen zeigt sich unter anderem an Herzfrequenz und Blutdruck sowie am Muskeltonus. Diese und andere Indizien für »Gestresstsein« werden mit der Andullationstherapie deutlich verbessert.

Die Andullationstherapie wird im hhp Therapiesystem eingesetzt. Informieren Sie sich jetzt darüber, wie dieses Therapiesystem Ihnen bei Ihrem individuellen Beschwerdebild optimal helfen kann.

Weitere Maßnahmen


  • Entspannungsmethoden

    Bei Tinnitus ist es immens wichtig, sich entspannen zu lernen. Jeder muss selbst herausfinden, welche Methode ihm dabei am besten hilft. In Frage kommen unter anderem Atemtherapie, Autogenes Training oder auch Muskelentspannungstraining nach Jacobson. Auch durch Yoga und Meditation lässt sich gut zur Entspannung finden.

  • Akutmaßnahmen

    Zunächst kann versucht werden, den Tinnitus durch Maßnahmen zu bessern, die möglichst rasch nach dem ersten Auftreten anzuwenden sind. Dazu eignet sich eine Infusion mit durchblutungsfördernden Wirkstoffen. Damit kann das Innenohr besser mit Blut und damit mit Sauerstoff versorgt werden. Bei Verdacht auf eine Entzündung als Ursache der Ohrgeräusche kann eine Infusion mit Kortison verabreicht werden. Haben diese Maßnahmen keine Besserung der Beschwerden gemacht, wird meist eine so genannte hyperbare Sauerstofftherapie durchgeführt. Dabei wird ein Art Druckkammer im Ohr erzeugt.

  • Tinnitusmasker

    Dabei handelt es sich um spezielle Hörsysteme, die durch gleichmäßiges Rauschen die Wahrnehmung der Ohrgeräusche unterdrücken – den Betroffenen davon gewissermaßen ablenken. Diese Maßnahme kann mit einer Tinnitus-Retraining-Therapie verbunden werden, bei der die Patienten in regelmäßigen Sitzungen speziell zu Tinnitus beraten werden.

  • Psychotherapie

    Derartige Behandlungsmaßnahmen sind vor allem bei jenen der Betroffenen wirkungsvoll, die durch die Ohrgeräusche unter Depressionen und Angstzuständen leiden. Als besonders erfolgreich erweist sich die so genannte kognitive Verhaltenstherapie.

  • Aktiv gegen den Mann im Ohr

    Durch regelmäßigen Sport kann der Körper dem vom Tinnitus ausgehenden Stress besser gegensteuern. Die vermehrte Durchblutung des Körpers wirkt zudem entspannend auf das vegetative Nervensystem. Das stärkt nicht nur das Nervenkostüm und lässt besser schlafen, sondern wirkt sich auch positiv auf die Konzentration aus. Weiterhin unterstützt körperliche Aktivität den Abbau von Adrenalin sowie anderen Stresshormonen und reduziert obendrein noch deren schädlichen Wirkungen.