Rückenschmerzen

Ihre Vorteile

Übersicht zu Rückenschmerzen

Jeder hat schon einmal Rückenschmerzen gehabt, in der Regel verschwinden die Schmerzen von selbst wieder. Trotzdem haben sich Rückenschmerzen heute zu einer Volkskrankheit entwickelt, denn fast 90 % aller Deutschen sind davon betroffen. Bei einem von zehn Betroffenen halten die Schmerzen länger als 6 Wochen ununterbrochen an und nur jeder zweite chronisch an Rückenschmerzen Erkrankte kann wieder in den Arbeitsablauf eingegliedert werden.

Rückenschmerzen lassen sich unterscheiden in:

  • Lumbago (Hexenschuss)
  • Lumbalgie (chronischer Rückenschmerz)
  • Ischialgie („Ischias“)
  • Lumboischialgie (Kombination aus Schmerzen im unteren Lendenbereich und Schmerzen den Ischiasnerv betreffend)
  • Pseudoradikulärer / Radikulärer Schmerz (direkte Wurzelreizung / gestörte Nervenwurzeln)

Ursachen und Symptome von Rückenschmerzen


Ursachen

Rueckenschmerzen

Rueckenschmerzen

Ursachen für Rückenschmerzen können sehr zahlreich und komplex sein. In den meisten Fällen werden Rückenschmerzen durch Muskelverspannungen ausgelöst, die einen in der Nähe liegenden Nerv reizen. Muskelverspannungen entstehen durch regelmäßige Fehlhaltung oder Fehlbelastung der Wirbelsäule. Bewegungsmangel, Übergewicht und falsche Hebetechniken können Rückenschmerzen verursachen. Ebenso können psychische Belastungen ausschlaggebend sein.


Symptome

Neben akut auftretenden Schmerzen sind die häufigsten Symptome anfänglich Anspannung, Abgeschlagenheit oder eine Morgensteifigkeit der Gelenke und des Rückens. Später treten dann Schmerzen im Rücken auf. Häufig sind Rückenschmerzen auch auf verspannte, schmerzhafte Muskeln zurückzuführen. Diese Muskelverspannungen können ihren Ursprung an einer völlig anderen Stelle als der des Schmerzes haben. So können sich Schäden an der Halswirbelsäule beispielsweise als Schmerzen in der Schulter, im Arm und/oder in den Fingern bemerkbar machen.

Weitere Informationen

Wer wissen möchte, wie Rückenschmerzen entstehen, sollte zunächst unsere Wirbelsäule kennen lernen.

Details


Aufbau

Aufbau der Wirbelsäule. (Zur Vergrößerung klicken.)

Die Wirbelsäule ist das Zentrum des menschlichen Rückens. Am oberen Ende der Wirbelsäule sitzt der Schädel, am unteren Ende das Becken. Die Wirbelsäulenabschnitte sind unterschiedlich geformt. Aus diesem Grunde stellt die Wirbelsäule bei seitlicher Betrachtung eine „doppelte S-Form“ auf. Dabei wölben sich Hals und Lendenwirbelbereich nach innen, während die Brustwirbelsäule, sowie Kreuz- und Steißbein eine Wölbung nach außen aufweisen.

Diese natürliche Krümmung der Wirbelsäule ist nur bei seitlicher Betrachtung zu erkennen. Von hinten weist sie eine gerade Linie auf. Die Form der Wirbelsäule wird durch Bänder und Sehnen aufrecht gehalten.


Aufgaben

Die Wirbelsäule hat daher zahlreiche Aufgaben. Sie erfüllt wichtige Haltefunktionen, da sie die gesamte Last von Kopf, Hals, Rumpf und Armen trägt. Ebenso ermöglicht die Wirbelsäule zahlreiche Bewegungsfunktionen. Durch sie lässt sich der Körper nach vorne, hinten und zur Seite bewegen, sowie Drehbewegungen ausführen. Außerdem federt die Wirbelsäule den Kopf und das Gehirn gegen Stöße ab, die beim aufrechten Gehen entstehen. Zusammen mit den Rippen schützt sie das Rückenmark, das durch die Wirbel läuft, sowie die inneren Organe.


Wirbel

Der stark tragende Teil der Wirbelsäule im Bereich zwischen Hals- und Lendenwirbel besteht aus 24 freien Wirbeln. Zusätzlich besteht das Kreuzbein aus 5 verwachsenen Wirbeln, die eine Einheit bilden, sowie aus 4-5 verkümmerten verwachsenen Wirbeln am Steißbein.

Jeder Wirbel ist nach einem einheitlichen Schema aufgebaut, bestehend aus einem Wirbelkörper, einem Wirbelbogen und einem Dorn- zwei Quer- und 4 Gelenkfortsätzen. Nur der 1. und 2. Halswirbel weist einen anderen Aufbau vor. Der 1. Halswirbel (Atlas) hat keinen Wirbelkörper. Er ist mit dem 2. Halswirbel (Axis) über ein Gelenk verbunden und trägt den Kopf.


Unterschiede

Dieses einheitliche Schema variiert jedoch in den verschiedenen Wirbelsäulenabschnitten. So werden die Wirbel von oben nach unten größer, da die Gewichtsbelastung zunimmt und die Beweglichkeit geringer wird.

Bis auf die ersten beiden Halswirbel und die verschmolzenen Wirbel des Kreuz- und Steißbeins sind alle Wirbel durch eine Bandscheibe miteinander verbunden. Sie wirken als Stoßdämpfer und ermöglichen die Beweglichkeit der Wirbelsäule. An den Dorn- und Querfortsätzen setzen Bänder und Muskeln an, welche die Wirbelsäule stabilisieren.


Halswirbelsäule

Die Halswirbelsäule muss weniger Last tragen als die anderen Bereiche der Wirbelsäule, jedoch dafür die Beweglichkeit garantieren. In diesem Bereich kommt es daher häufig zu Bewegungseinschränkungen, d.h. die Wirbel blockieren.


Brustwirbelsäule

Die Brustwirbelsäule ist durch die Rippen in ihrer Bewegung stark eingeschränkt aber auch gestützt, so dass Rückenschmerzen ausgehend von der Brustwirbelsäule eher selten sind. Wenn in diesem Bereich Schmerzen auftreten, dann meist im Bereich der Wirbelrippengelenke, die aufgrund ihrer steten Bewegung bei der Atmung zu reflektorischen Rückenschmerzen mit Ausstrahlung bis in den Brustkorb führen. Diese Schmerzen sind sehr stark und ähneln denen eines Herzinfarkts.


Lendenwirbelsäule

Am häufigsten ist der Bereich der Lendenwirbelsäule betroffen, da hier das gesamte Gewicht des Oberkörpers einwirkt. Dabei wird eine Nervenwurzel z.B. durch einen Bandscheibenvorfall gereizt. Neben dem Rückenschmerz strahlt der Schmerz meist auch in die Beine aus.


Evolution

Die Wirbelsäule war ursprünglich für einen Vierbeiner konzipiert und damit auf eine unter ihr hängende Last eingestellt. Im aufrechten Gang ist die Belastung für die Wirbelsäule eine ganz andere. Durch den aufrechten Gang wird besonders die untere Lendenwirbelsäule stark beansprucht, da hier das gesamte Gewicht des Oberkörpers einwirkt.

Die Wirbelsäule musste sich somit im Laufe der Jahrtausende mit all ihren Muskeln, Bändern, Bandscheiben, Wirbelgelenken und Nervenstrukturen dieser Veränderung anpassen. Ebenso hat sich die Wirbelsäule zur Vermeidung anhaltender Rückenschmerzen ein unglaublich hohes Maß an Selbstheilungskraft zugelegt.


Häufig auftretende Formen von Rückenschmerzen

Lumbago (Hexenschuss)

Der Hexenschuss ist ein plötzlich auftretender stechender Rückenschmerz. Dadurch ist der Betroffene nicht mehr fähig, seinen Rücken durchzustrecken. Die Bewegungsfähigkeit ist stark eingeschränkt und der Betroffene nimmt eine Schonhaltung ein. Auslöser können bestimmte Bewegungen wie Bücken, Aufstehen oder Heben, sein.

Lumbalgie

Chronischer Rückenschmerz (Lumbalgie)

Bei der Lumbalgie handelt es sich um einen chronischen Rückenschmerz. Es handelt sich somit um ständige oder immer wiederkehrende Beschwerden.

Ischialgie

„Ischias“ nennt man einen plötzlichen, heftigen Schmerz in der Lendengegend, der über die Pobacken bis in die Beine zieht. Normalerweise tritt der Schmerz einseitig auf. Der Schmerz lässt kaum noch Bewegungen wie Bücken oder Drehen zu, schlimmstenfalls können Lähmungserscheinungen im Bein auftreten. Die Schmerzen werden vom Ischiasnerv ausgelöst.

Lumboischialgie

Dies ist eine Kombination von Schmerzen im unteren Lendenbereich sowie Schmerzen den Ischiasnerv betreffend, d.h. der Betroffene hat sowohl Rückenschmerzen als auch Schmerzen in den Beinen und zwar als:

  • Pseudoradikulär Schmerz

    Unter pseudoradikulären Schmerzen versteht man Schmerzen, die nicht auf eine direkte Wurzelreizung zurückzuführen sind. Dabei sind Veränderungen im Bereich der kleinen Wirbelgelenke Ursache der Rückenschmerzen.

  • Radikulär Schmerz

    Wird durch gestörte Nervenwurzeln ausgelöst (z.B. Bandscheibenvorfall).


Ernsthafte Erkrankungen machen sich häufig durch folgende Warnhinweise bemerkbar:

  • Kreuzschmerzen
  • Plötzlich zunehmende Schwäche
  • Taubheitsgefühle
  • Kribbeln
  • Lähmungserscheinungen der Beine
  • Unfähigkeit, Stuhl oder Urin bei sich zu behalten

Treten diese Warnhinweise auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, denn dann sind zusätzliche Untersuchungen notwendig. Dazu können Röntgen- und Blutuntersuchungen sowie Kernspin- und Computertomographien durchgeführt werden.

Operationen werden heutzutage nur noch sehr selten durchgeführt. Absolut notwendig ist eine Operation bei schweren Nervenschädigungen durch einen Bandscheibenvorfall, motorischen Lähmungen sowie bei Störung der Blasenschließfunktion durch Einklemmen des Hals-Rückenmarks.

Menschen mit chronischen Rückenleiden sollten nach Rücksprache mit dem Arzt unbedingt in Bewegung kommen. Denn chronisch Erkrankte neigen schnell dazu, ihr Verhalten den Schmerzen anzupassen, d.h. man vermeidet Bewegung und unterlässt bestimmte Aktivitäten aus Angst, der Schmerz könnte sich verstärken. Doch gerade dieses Unterlassen von Bewegung führt zu einer Zunahme der Schmerzen.

Daher empfiehlt sich bei chronisch Erkrankten eine Verhaltenstherapie. Dabei lernt der Betroffene, wie der Schmerz entsteht und wie er mit den Schmerzen umzugehen hat. Außerdem lernt er den Schmerzauslöser zu beeinflussen und die Bewältigung des Schmerzes durch geeignete Therapien (z.B. autogenes Training). Zusätzlich können sanfte Sportarten wie Walking den Bewegungsapparat mobilisieren. Die körperliche Belastung sollte dabei nach und nach gesteigert werden.

Diagnose und Therapie

Das hhp Therapiesystem

Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig und abhängig von der Ausprägung der Schmerzen.

Wissenschaftlich anerkannt ist die Anwendung der Andullationstherapie. Sie erzeugt mit gezielter Infrarot-Tiefenwärme einen Reiz, der eine Erweiterung der Blutgefäße zur Folge hat und dadurch eine entspannte Rückenmuskulatur mit verbesserter Durchblutung des Gewebes bewirkt.

Die Andullationstherapie kann zu Hause und zur Unterstützung weiterer Therapiemaßnahmen durchgeführt werden.

Andullation wird im hhp Therapiesystem eingesetzt. Informieren Sie sich jetzt kostenlos und unverbindlich darüber, wie das hhp Therapiesystem bei Ihrem individuellen Beschwerdebild optimal eingesetzt werden kann.

Weitere Maßnahmen:


  • Wärme (bei leichten Rückenschmerzen)
  • Konservative Behandlung durch Schmerzmittel, Ruhigstellung, Entlastung
  • Akupunktur
  • Operation (bei schweren Nervenschädigungen, z.Bsp. durch Bandscheibenvorfall)
  • Dem Beschwerdebild angemessene sportliche Betätigung

Mit dem richtigen Verhalten im Alltag lassen sich Rückenschmerzen vorbeugen:

  • Bewegung sorgt für ausreichende Durchblutung und Ernährung des Gewebes
  • Aufrechte Haltung und rückenschonendes Bücken
  • Mit geradem Rücken in die Hocke
  • Nicht schwer Heben
  • Gewicht mit breitgegrätschten Beinen und möglichst körpernah anheben
  • Zu tragende Lasten gleichmäßig (beidseitig) verteilen
  • Rückenschonendes und entspanntes Sitzen (Ober- und Unterschenkel sollten beim Sitzen einen rechten Winkel bilden und die Füße flach auf dem Boden stehen. Ober- und Unterarme sollten ebenfalls einen rechten Winkel bilden, wenn die Hände auf der PC-Tastatur liegen. Gesamte Sitzfläche des Stuhls nutzen und sich anlehnen)
  • Lockeres Stehen (Beine nicht durchstrecken, denn dadurch verfällt man in ein Hohlkreuz)
  • Richtiges Schuhwerk mit flachen Absätzen entlastet die Wirbelsäule
  • Entspannt Liegen
  • Sport treiben und die Wirbelsäule trainieren (Sport kräftigt Muskeln, Sehnen und Bänder. Vor allem Rücken- und Bauchmuskulatur verleiht der Wirbelsäule Halt)
  • Verhaltenstherapie