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Allgemeines zu Morbus Bechterew
Seinen Namen hat Morbus Bechterew dem russischen Neurologen Wladimir Bechterew zu verdanken, der dieses Krankheitsbild erstmals beschrieben hat. Es handelt sich dabei um eine entzündlich-rheumatische, chronische Erkrankung. Sie führt zu einer zunehmenden Einschränkung der Bewegungsfähigkeit sowie zu einer charakteristischen Verformung der Wirbelsäule und des Ileosakral-Gelenks. Dieses verbindet das Darm- und Kreuzbein miteinander.
Ursachen und Symptome von Morbus Bechterew
Ursachen

Morbus Bechterew
Wie Morbus Bechterew entsteht, ist nach wie vor nicht geklärt. Hinter der krankhaften Reaktion des Immunsystems vermutet man ein gestörtes Zusammenspiel von Einflüssen aus der Umwelt und den genetischen Anlagen des HLA-Systems. Denn bei 95 Prozent der Betroffenen findet sich ein typisches Gewebemerkmal, genannt HLA-B27. Bei Trägern dieses Merkmals können bestimmte Krankheitserreger – meist solche, die zu Infektionen im Verdauungstrakt führen – nicht vom Immunsystem abgetötet werden. Das bewirkt, dass die körpereigene Abwehr dauerhaft zu stark aktiviert ist und übermäßig viele Abwehrzellen bildet. Genau diese Zellen greifen das körpereigene Gewebe an und führen damit zu einer chronischen Entzündung. Mit der Zeit kommt es dadurch zu den für Morbus Bechterew typischen Veränderungen in den entzündeten Gelenken: Sie werden durch Knorpel ersetzt, der allmählich verknöchert und zur Versteifung der betroffenen Bereiche führt. Weshalb davon allen voran die Wirbelsäule und besonders das Ileosakral-Gelenk betroffen sind, ist unbekannt.
Symptome
Das charakteristische Anzeichen des Morbus Bechterew sind tief sitzende Rückenschmerzen, die vom Ileosakral-Gelenk in das Gesäß und in beide Unterschenkel ausstrahlen. Die Schmerzen halten über Monate hinweg an und sind vor allem am Morgen sehr stark. Durch Bewegung bessern sich die Beschwerden, durch Husten oder Niesen verschlimmern sie sich hingegen.
Weitere Symptome sind Schmerzen an den Fersen, Abgeschlagenheit und mitunter auftretende Schmerzen in den Knien und an den Schultern. Darüber hinaus verlieren viele der Betroffenen an Gewicht. Außer an den Gelenken kann sich Morbus Bechterew auch an den Sehnen, inneren Organen sowie an den Augen bemerkbar machen. So hat jeder fünfte Patient zusätzlich eine Entzündung der Regenbogenhaut.
Im weiteren Verlauf schränkt die Erkrankung die Bewegungsfähigkeit immer mehr ein. Ebenso wird die Verformung der Wirbelsäule zusehends stärker: Im Bereich der Brustwirbelsäule entsteht ein Buckel, wohingegen die Lendenwirbelsäule abflacht. Die Krümmung der Wirbelsäule kann so ausgeprägt sein, dass die Betroffenen kaum noch geradeaus nach vorne sehen können.


