Beckenschiefstand
Übersicht
Bei einem Beckenschiefstand, auch bekannt als Hüftschiefstand, stehen die beiden Beckenkämme nicht auf der gleichen Höhe. Zum Ausgleich verkrümmt sich die Lendenwirbelsäule in Folge zur Seite.
Ursachen und Symptome
Ursachen
Ein Beckenschiefstand ist in vielen Fällen angeboren oder wurde während der Kindheit erworben. Mitunter geht er auch auf Unfälle oder jahrelange Fehlhaltungen zurück.
Symptome
Die Fehlstellung des Beckens geht mit einer großen Palette an Beschwerden einher. So kann sie die Ursache einer Reihe anderer Erkrankungen des Bewegungsapparates sein, allen voran der Hüften und der Wirbelsäule. Unter anderem kann sich in Folge eines Beckenschiefstandes eine so genannte Skoliose entwickeln.
Des weiteren bereitet die bei einem Beckenschiefstand meist unterschiedliche Länge der Beine erhebliche Probleme. Denn diese Beinlängendifferenz kann zu Fehlbelastungen der Hüft- und Kniegelenke und damit zu deren vorzeitigen Abnutzung führen. Nicht selten kommt es in Folge zu einer Knie- oder Hüftarthrose.
Nicht zu vergessen sind die Schmerzen, die durch einen Beckenschiefstand verursacht werden. Sie sind meist ziehend und beschränken sich keineswegs nur auf den Becken- und Hüftbereich. Vielmehr strahlen sie in die Beine und die Schultern, in den Kopf und Nacken sowie in den Bereich der Halswirbelsäule aus. Die Schmerzen verstärken sich bei körperlicher Belastung und Bewegung. Auch beim Tragen schwerer Lasten nehmen sie zu. Sie schränken die Bewegungsfähigkeit der Betroffenen spürbar ein. Problematisch sind vor allem längeres Stehen und Laufen.
Darüber hinaus leiden Patienten mit Beckenschiefstand meist unter starken Muskelverspannungen entlang der Wirbelsäule und im Nacken. Ebenso sind Bandscheibenvorfälle und Beschwerden in den Hüft- und/oder Kniegelenken eine häufige Folge der Fehlstellung des Beckens. Zudem bestehen oftmals Seh- und Konzentrationsstörungen, Schwindelanfälle, Migräneattacken und Ohrensausen. Weitere Beschwerden sind Durchblutungsstörungen in Händen und Füßen, Gangunsicherheiten und Abgespanntheit.
Weitere Informationen
Um nachvollziehen zu können, weshalb ein Beckenschiefstand so mannigfache Beschwerden verursacht, ist es hilfreich, etwas über Aufbau und Funktion der Wirbelsäule sowie der Wirbel selbst zu erfahren.
Details
Aufbau der Wirbelsäule
Die Wirbelsäule ist die zentrale Achse des menschlichen Körpers. An ihrem oberen Ende sitzt der Schädel, am unteren Ende das Becken. Die einzelnen Abschnitte der Wirbelsäule sind unterschiedlich geformt. Deshalb weist die Wirbelsäule bei seitlicher Betrachtung eine Doppel-S-Form auf. Dabei wölben sich Hals und Lendenwirbelbereich nach innen, während Brustwirbelsäule sowie Kreuz- und Steißbein eine Wölbung nach außen aufweisen. Von hinten betrachtet hat die Wirbelsäule eine geradlinige Form, die durch Bänder und Sehnen aufrecht gehalten wird.
Ursprünglich war die zentrale Körperachse für den vierbeinigen Gang und in Folge dessen auf eine unter ihr hängende Last konzipiert. Da der Mensch jedoch im Laufe seiner Evolution einen aufrechten Gang eingenommen hat, musste sich die Wirbelsäule komplett neu anpassen: Alle ihre Muskeln, Bänder, Bandscheiben, Wirbelgelenke und Nervenstrukturen hatten dieser Veränderung zu folgen.
Halswirbelsäule
Die Halswirbelsäule muss zwar weniger Lasten tragen als die anderen Bereiche der Wirbelsäule, dafür jedoch volle Beweglichkeit gewährleisten. Daher kommt es in diesem Wirbelsäulenabschnitt häufiger als in den anderen zu Beschwerden durch blockierte Wirbel und verspannte Muskeln.
Brustwirbelsäule
Die Brustwirbelsäule ist durch die Rippen in ihrer Bewegung einerseits stark eingeschränkt, andererseits aber auch gestützt. Angesichts dessen sind Rückenschmerzen ausgehend von der Brustwirbelsäule eher selten. Wenn in diesem Bereich Schmerzen auftreten, dann meist im Bereich der Rippengelenke. Auf Grund ihrer steten Bewegung im Zuge der Atmung kann es zu so genannten reflektorischen Rückenschmerzen kommen. Diese starken Schmerzen strahlen bis in den Brustkorb aus und ähneln denen, die bei einem Herzinfarkt auftreten.
Lendenwirbelsäule
Am häufigsten ist der Bereich der Lendenwirbelsäule von Schmerzen betroffen, da darauf das gesamte Gewicht des Oberkörpers lastet. Die von der Lendenwirbelsäule ausgehenden Schmerzen strahlen oftmals auch in die Beine aus.
Funktionen der Wirbelsäule
Die Wirbelsäule hat zahlreiche Aufgaben. Sie erfüllt wichtige Haltefunktionen, da sie die gesamte Last von Kopf, Hals, Rumpf und Armen trägt. Ebenso ermöglicht die Wirbelsäule zahlreiche Bewegungen. Dank dessen lässt sich der Körper nach vorne, nach hinten und zur Seite bewegen, ebenso wie er Drehbewegungen ausführen kann. Darüber hinaus federt die Wirbelsäule den Kopf und das Gehirn gegen Stöße ab, die beim aufrechten Gehen entstehen. Zusammen mit den Rippen schützt sie weiterhin das Rückenmark sowie die inneren Organe.
Die Wirbel
Der tragende Teil der Wirbelsäule zwischen Hals- und Lendenwirbel besteht aus 24 freien Wirbeln. Dazu addieren sich fünf miteinander verwachsene Wirbel im Kreuzbein sowie vier bis fünf verkümmerte verwachsene Wirbel am Steißbein.
Jeder einzelne Wirbel ist nach einem einheitlichen Schema aufgebaut: ein Wirbelkörper, ein Wirbelbogen, ein Dornfortsatz sowie zwei Quer- und vier Gelenkfortsätze. An den Dorn- und Querfortsätzen der einzelnen Wirbel setzen Bänder und Muskeln an, welche die Wirbelsäule stabilisieren. Dieses einheitliche Schema variiert jedoch in den einzelnen Abschnitten der Wirbelsäule. So werden die Wirbel vom Hals abwärts größer, da die Gewichtsbelastung zunimmt und die Beweglichkeit geringer wird.
Bis auf die ersten beiden Halswirbel und der miteinander verschmolzenen Wirbel des Kreuz- und Steißbeins sind alle Wirbel durch eine Bandscheibe miteinander verbunden. Sie wirken als Stoßdämpfer und ermöglichen die Beweglichkeit der Wirbelsäule.
Diagnose und Therapie

Das hhp Therapiesystem
Mit der Andullationstherapie lässt sich ein Beckenschiefstand hervorragend behandeln. Sie kann zwar den Höhenunterschied der beiden Beckenkämme nicht beseitigen, die damit einhergehenden Beschwerden indessen wirksam lindern. Diese verschwinden dann nach längerer und regelmäßiger Anwendung vollkommen. Die hohe Wirksamkeit ist zum einen dadurch bedingt, dass diese biophysikalische Therapie Durchblutung und Stoffwechsel intensiv aktiviert. Damit werden sämtliche Zellen des Körpers erheblich besser mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen versorgt.
Auf diese Weise kann auch der durch den Beckenschiefstand verstärkte Verschleiß der Gelenke – besonders der Knie- und Hüftgelenke – ausgeglichen und an seinem weiteren Fortschreiten gehindert werden. Durch die verstärkte Ausleitung von Schadstoffen und Stoffwechselschlacken wird dieser Effekt noch weiter unterstützt.
Darüber hinaus löst die Andullationstherapie muskuläre Verspannungen und Blockaden der Gelenke in allen vom Beckenschiefstand geschädigten Bereichen effizient und nachhaltig auf. Auch das führt dazu, dass sich die Schmerzen in kurzer Zeit erheblich bessern und schließlich vollkommen verschwinden.
Die Andullationstherapie wird im hhp Therapiesystem eingesetzt. Informieren Sie sich jetzt darüber, wie dieses Therapiesystem Ihnen bei Ihrem individuellen Beschwerdebild optimal helfen kann.
Weitere Maßnahmen
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Dorn-Therapie
Die von Dieter Dorn begründete Behandlungsmethode kann bei einem Beckenschiefstand mit dazu beitragen, die Längendifferenz der Beine auszugleichen. Dazu werden unter anderem jene Wirbel, die sich durch den Schiefstand in einer falschen Position befinden, durch spezielle Grifftechniken eingerichtet. Zum Teil wird die Dorn-Therapie mit Massagen nach Rudolf Breuß zur Entspannung der Muskulatur kombiniert. Dies dient der Verstärkung der Behandlungseffekte.
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Gezielte Krankengymnastik
Durch physiotherapeutische Übungen können die Beschwerden, die durch den Beckenschiefstand hervor gerufen werden, gelindert werden. Der Schiefstand als solcher wird damit jedoch nicht behoben.
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Einlagen
Mitunter bringt auch das Tragen von Einlagen eine Besserung der Beschwerden. Damit kann der Längenunterschied der Beine ausgeglichen werden. Doch auch hier handelt es sich nur um eine symptomatische Behandlungsmaßnahme.

