Der menschliche Körper hat über 100 Gelenke. Man unterscheidet dabei knöcherne oder bindegewebsartige Gelenke, die sich kaum oder gar nicht bewegen lassen (z.B. Becken) und echten Gelenken, die einen Bewegungsspielraum haben.
Die Gelenkarten
Man unterscheidet zwischen
ein-, zwei- und dreiachsigen Gelenken.
Das einachsige Gelenk wird auch Scharniergelenk bezeichnet. Es lassen sich dabei nur Bewegungen in eine Richtung ausführen (z.B. Fingergelenk). Ein weiteres einachsiges Gelenk ist das Drehgelenk (z.B. unteres Kopfgelenk zwischen 1. und 2. Halswirbel).
Das zweiachsige Gelenk wird auch Sattel – oder Eigelenk genannt. Dabei lassen sich Bewegungen in zwei Richtungen ausführen (z.B. Handgelenk). Das dreiachsige Gelenk, auch Kugelgelenk bezeichnet, führte neben Bewegungen in zwei Richtungen zusätzlich noch Rotationsbewegung aus (z.B. Schultergelenk).
Die Knochen sind untereinander durch Gelenke verbunden, die durch Bänder, Muskeln und Sehnen verstärkt und bewegt werden. Gelenke stellen die beweglichste Verbindung dar. Sie ermöglichen es den Knochen sich zu bewegen. Die Gelenke werden durch Anspannung oder Erschlaffung der Muskeln bewegt. Die Skelettmuskeln ziehen von einem Knochen zum anderen und überspannen so die Gelenke. In der Regel überquert ein Muskel mindestens ein Gelenk und ist an den Knochen befestigt, die das Gelenk bilden.

Der Aufbau
Obwohl die Gelenke unterschiedliche Größen, Funktionen und Bewegungsradien haben ist deren Aufbau immer gleich. Dabei gibt es einen Gelenkkopf und eine Gelenkpfanne, die ineinander passen. Das Gelenk wird durch eine Gelenkkapsel geschützt. Sie verleiht dem Gelenk außerdem Festigkeit und Stabilität. Die äußere Schicht der Kapsel kann sowohl aus dünnen als auch aus derben Fasern bestehen. Teilweise werden sie durch Bänder verstärkt. Diese kommen an besonders beanspruchten Stellen vor und dienen der Bewegungsführung.
In der Innenwand der Gelenkkapsel befindet sich die Gelenkinnenhaut. Diese sondert Gelenkflüssigkeit bzw. Gelenkschmiere in den Gelenkspalt ab. Bei einem gesunden Gelenk ist immer ausreichend Gelenkschmiere vorhanden um die Knochenbeweglichkeit aufrecht zu erhalten. Ebenso schützt es das Gelenk vor zu großer Reibung. Bei einem kranken Gelenk kommt es aufgrund der Zunahme an Gelenkflüssigkeit zu sichtbaren Schwellungen.
Die Gelenkflächen sind von Knorpel überzogen. Die Aufgabe der Knorpel ist Unebenheiten der Gelenkflächen und Stöße auszugleichen. Der Knorpel wirkt dabei wie ein Stoßdämpfer.
Da der Knorpel keine Blutgefäße besitzt muss er über die Gelenkflüssigkeit versorgt werden. Damit diese gewährleistet ist muss eine regelmäßige Be- und Entlastung stattfinden. Bei Bewegungsmangel kommt es zur Mangelversorgung des Knorpels. Dadurch degeneriert er und es bilden sich Arthrosen. Besonders anfällig sind ältere Menschen.
Besondere Gelenke
Manche Gelenke weisen neben den oben beschriebenen typischen Aufbau noch Besonderheiten auf. Der Diskus ist eine Knorpelscheibe, die in die Gelenkhöhle hineinragt und diese in zwei Teile trennt. Diese Gelenkzwischenscheibe findet man z.B. im Kiefergelenk.
Den Meniskus wiederum findet man im Kniegelenk. Es ist eine halbmondförmige Scheibe aus Faserknorpel. Der Meniskus geht von der Gelenkkapsel aus und ragt in das Gelenk hinein. Damit trägt er zur Gelenkstabilität bei.
Die Schleimbeutel liegen zwischen Knochen und Muskeln und schützen dabei vor Druck und Reibung. Sie dienen der Polsterung. Innerhalb von Gelenken sind Schleimbeutel eher selten zu finden.
Gelenke finden sich an:
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Hals |
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Schulter |
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Ellenbogen |
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Hände |
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Finger |
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Taille |
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Hüfte |
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Knie |
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Füße |
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Zehen |
Aufbau eines Gelenks
Mehr als 20 Millionen Deutsche leiden Schätzungen zufolge bereits unter
Gelenkschmerzen. Beschwerden am Bewegungsapparat stellen somit den Hauptanteil an chronischen Schmerzerkrankungen. Dabei sind Rückenschmerzen die häufigste Beschwerde.
Jedoch begibt sich nur jeder Dritte in ärztliche Behandlung.
Ursache
Zur Erforschung der Ursache muss zunächst unterscheiden werden, ob die Schmerzen aufgrund einer
Entzündung innerhalb des Gelenks entstanden sind, die auch als
Arthrose bezeichnet wird. Sie sind erkennbar an den klassischen Entzündungsmerkmalen wie Rötung, Wärme und Schwellung.
Arthrose ist die häufigste Ursache von Gelenkschmerzen. Man unterscheidet dabei zwischen
Primärer Arthrose, die im Alter aufgrund von Verschleißerscheinungen auftritt, und
Sekundärer Arthrose, deren Ursache z.B. Übergewicht, Verletzung oder Vererbung sein kann. Wird eine Gelenkentzündung nicht rechtzeitig behandelt können Schmerzen in den Gelenken zu Versteifungen, Entzündungen und Bewegungsunfähigkeit führen. Besonders der Gelenkknorpel kann sich von Schäden kaum erholen.
Ohne Knorpel reiben die Knochen direkt aufeinander, wodurch im Gelenk scharfe Kanten entstehen, die Schmerzen auslösen. Durch die Kanten und Ecken im Gelenk kann sich das Gelenk entzünden, was den Schmerz verschlimmern kann. Menschen, die unter Arthrose leiden, haben möglicherweise selbst bei den einfachsten Bewegungen des täglichen Lebens Probleme. Gelenkschmerzen können ebenfalls durch Entzündungen oder Verletzungen an den Bändern, Sehnen oder Schleimbeuteln verursacht werden. Außerdem können auch die Knorpel und Knochen innerhalb eines Gelenks betroffen sein. Weitere Ursachen von Schmerzen in den Gelenken können Morbus Bechterew, Gicht und Gichtarthritis sein. Die Bechterew’sche Krankheit ist eine chronische entzündlich-rheumatische Erkrankung, die vorwiegend die Wirbelsäule befällt und zu Schmerzen und einer zunehmenden Versteifung der Wirbelsäule führt.
Nicht-entzündliche Ursachen
Jedoch können auch nicht-entzündliche Ursachen der Auslöser für Gelenkschmerzen sein. Diese bezeichnet die Schmerzhaftigkeit eines Gelenks. Bekanntestes Krankheitsbild ist die Fibromyalgie (Weichteilrheumatismus). Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz) ist eine schwere chronische nicht entzündliche, bis jetzt noch nicht heilbare, Erkrankung, die durch weit verbreitete Schmerzen mit wechselnder Lokalisation in der Muskulatur, um die Gelenke und Rückenschmerzen und auch Druckschmerzempfindlichkeit.
Ebenso kann eine Osteoporose (Knochenschwund) Ursache sein. Es handelt sich dabei um einen krankhaften Schwund von Knochenmasse infolge von Kalkmangel im Knochen. Anfangs treten gelegentlich Rückenschmerzen auf. Bei fortgeschrittener Osteoporose können schon bei geringsten Anlässen wie Ausrutschen oder Stolpern sehr schmerzhafte Knochenbrüche entstehen.
Symptom
Typisches Symptom ist der Schmerz. Schmerzen in den Gelenken sind oftmals verbunden mit Versteifungsgefühlen im Gelenk. Ebenso ist es schwierig ein oder mehrere Gelenke gut zu bewegen. Die Bewegungsfreiheit wird zunehmend eingeschränkt. Diese Symptome zeigen sich vor allem nach Belastungen oder nach langen Pausen (z.B. Morgensteifigkeit nach dem Aufstehen).
Schmerzen im Hüftgelenk können ausstrahlen, und auch Schmerzen in der Leistengegend, in den Innenschenkeln und im Gesäß verursachen.
Sichtbare Anzeichen sind Verformungen, Schwellungen und Rötungen der Hautgegend um das Gelenk und Fieber.
Diagnose
Zur Diagnose von Gelenkschmerzen werden zunächst die Symptome ausgewertet. Erst im nächsten Schritt werden körperliche Untersuchungen durchgeführt.
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Blutuntersuchungen |
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Röntgenuntersuchungen Zeigt durch Rheuma verursachte Veränderungen an Knorpel und Knochen |
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Ultraschalluntersuchungen
Bildet Schwellungen in Gelenken ab |
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Gelenkspiegelungen
Ermöglicht Einblick ins Gelenkinnere |
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Gelenkpunktionen Zur Entnahme und Untersuchung von Gelenkflüssigkeit |
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Szintigraphie
Zeigt Körperstellen mit hohem Stoffwechsel auf (Hinweis auf Entzündungen) |
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Kernspintomographie
Zeigt Schädigungen an Weichteilen |
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Thermographie
Macht überwärmte Körperstellen und damit entzündete Bereiche sichtbar |
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Elektromyographie
Zeigt Nervenverkrümmungen und Muskelschwäche |
Es ist wichtig schmerzhafte Gelenkerkrankungen möglichst früh zu erkennen und zu behandeln. Häufig sieht man, dass Betroffene sich wegen der Schmerzen schonen oder eine "schiefe" Haltung einnehmen. Die Folge: Es kommt zusätzlich zu Schmerzen an den Bändern und Muskeln um das Gelenk herum. Fehlhaltungen sind vorprogrammiert.
Therapie
Eine Therapie ist sehr wichtig. Durch eine konsequente Therapie können Schmerzen gelindert werden und der Krankheitsverlauf verlangsamt oder gar gestoppt werden. Jedoch sollte so früh wie möglich damit begonnen werde. Denn Arthrose und Rheuma sind Erkrankungen, die bei immer fortschreitender Dauer starke Schmerzen und zu einer Zerstörung der Gelenke führen kann. Denn sind Knorpel und Knochen einmal zerstört ist der Schaden nicht mehr zu beheben.
Die Krankheit ist mit Medikamenten zu behandeln. Neben der medikamentösen Behandlung tragen vor allem Krankengymnastik zum erhalt der Beweglichkeit der Gelenke bei. In den seltensten Fällen ist eine Operation notwendig.
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