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Fibromyalgie
Fibromyalgie ist auch als Weichteilrheumatismus, Muskelrheumatismus oder Fibrositis bekannt und wurde 1990 als eigenes Krankheitsbild definiert.

Die Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz) beziehungsweise das Fibromyalgiesyndrom (FMS) ist eine nicht-entzündliche schwere chronische, bis heute noch nicht heilbare Erkrankung in der Muskulatur und in den Sehnenansätzen, sowie Begleitsymptome wie u. a. Müdigkeit, Schlafstörungen, Morgensteifigkeit, Konzentrations- und Antriebsschwäche, Wetterfühligkeit, Schwellungen von Händen, Füßen und Gesicht. Dabei kommt es zu Schmerzen am ganzen Körper, die häufig diffus und breitflächig auftreten.

Symptome
Die Schmerzen können sowohl tags als auch nachts auftreten. Verschlimmernd auf die Fibromyalgie wirken sich Stress, Angstzustände, Müdigkeit, Kälte, feuchtes Wetter bzw. Wetterwechsel und anhaltende schwere Arbeit aus. Kennzeichnend für die Erkrankung ist die hohe Druckempfindlichkeit an den sog. 18 Tender Points (Schmerzdruckpunkte).

Häufigkeit
Etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung leiden unter Fibromyalgie. Frauen sind etwa neunmal häufiger betroffen als Männer und erkranken meist zwischen dem 20. und dem 50. Lebensjahr. Aber auch Kinder ab dem vierten Lebensjahr und Personen ab dem 65. Lebensjahr erkranken häufig an einer Fibromyalgie.

Die Ursachen der Fibromyalgie sind bis heute unbekannt. Gegenwärtig werden die unterschiedlichsten Theorien hinsichtlich der Verursachung von Fibromyalgie diskutiert.



Auslöser
In manchen Fällen kann ein Trauma, das durch eine Verletzung (z.B. Bandscheibenvorfall, Schleudertrauma) ausgelöst wird, eine Operation oder rheumatische Erkrankung, wie Rheumatoide Arthritis (Rheuma) und Morbus Bechterew der Auslöser der Krankheit sein.

Sind wie in den obigen Fällen Krankheiten der Auslöser spricht man von einem sekundären Fibromyalgiesyndrom (FMS). In den meisten Fällen lässt sich jedoch kein konkreter Auslöser definieren. Dann spricht man von einem primären Fibromyalgiesyndrom. In manchen Familien tritt die Fibromyalgie verstärkt auf, was auf eine Vererbung schließen lässt.

Diagnose
Fibromyalgie lässt sich nur schwer diagnostizieren, da ein Großteil der Symptome anderen Erkrankungen ähnelt. Als ebenso problematisch erweist sich, dass die Fibromyalgie bei vielen Ärzten noch ein wenig bekanntes Krankheitsbild ist. Jedoch sollte besonders Orthopäden die Symptomatik der Fibromyalgie bekannt sein. Im Jahre 1990 hat die „American College of Rheumatology“ Diagnosekriterien für die Fibromyalgie entwickelt, an denen sich die Ärzte orientieren können.

Danach leidet ein Mensch unter dem Fibromyalgiesyndrom, wenn:

über mehr als drei Monate in mehreren Körperregionen
 
Wirbelsäule (Nacken oder Brustkorb oder Kreuz) und
rechte und linke Körperhälfte und
oberhalb und unterhalb der Taille und

bei Druck mit dem Daumen auf 18 Tender Points (Druckpunkte am Übergang von Muskeln zu Sehnen) bei mindestens 11 dieser Punkte vom Untersuchten Schmerzen angegeben werden (s. Schaubild)

und ein entzündliches Rheuma oder Abnutzungserscheinungen als Ursachen der Beschwerden ausgeschlossen wurden.

Schmerzdruckpunkte am menschlichen Körper

Schmerzdruckpunkte am menschlichen Körper


Tender Points (Schmerzdruckpunkte):

1 und 2 (Hinterkopf)

Schmerz bilateral, an den Ansätze der Nackenmuskeln am Hinterhaupt

3 und  4 (unterer Nackenbereich)
 
Schmerz bilateral, am vorderen Teil an den Querfortsätze der

Halswirbelkörper 5 bis 7

5 und 6 (Schultermuskulatur Trapezius)
 
Schmerz bilateral,  Oberrand des Muskels Trapezius

7 und 8 (Schultermuskulatur Suorapinatus)
 
Schmerz bilateral, Muskel Supraspinatus oberhalb eines Knochenfortsatzes

am Schulterblatt

9 und 10 (2. Rippe)
 
Schmerz bilateral,  jeweils nahe am Brustbein

11 und 12 (Oberarm)
 
Schmerz bilateral, in der Nähe des Ellenbogens (zwei Zentimeter unterhalb des äußeren Epicondylus)

13 und 14 (Beckenknochen)
 
Schmerz bilateral,  am oberen Quadraten des Gesäßes an der vorderen Muskelfalte bzw. unterhalb des Beckenkamms im Muskel Glutäus

15 und 16 (Hüfte)
 
Schmerz bilateral, hinter dem tastbaren Vorsprung des Hüftknochens (Trochanter)

17 und 18 (Knie)
 
Schmerz bilateral, auf der Innenseite, knapp oberhalb des Gelenks

Zur Diagnose der Fibromyalgie gehört eine ausführliche Befragung des Betroffenen zu den Beschwerden sowie eine gründliche körperliche Untersuchung mit Dokumentation der schmerzhaften Druckpunkte (Tender Points).

Bestehen die chronischen Schmerzen im Achsenskelett (Halswirbelsäule oder vorderer Brustkorb oder Brustwirbelsäule oder Lendenwirbelsäule) bzw. in der rechten oder linken Körperhälfte bzw. oberhalb bzw. unterhalb der Taille länger als 3 Monate, so kann dies ein Hinweis auf Fibromyalgie sein. Besonderer Augenmerk gilt dabei den Tender Points.

Für die endgültige Diagnose müssen mindestens 11 der 18 Druckpunkte schmerzhaft auf Druck reagieren und die Beschwerden länger als 3 Monate bestehen.

Da die Ursache der Fibromyalgie unbekannt ist, gibt es keine kausale Therapie. Dennoch ist  die Erkrankung und ihre Symptome behandelbar.

Man unterscheidet dabei 3 Bereiche:

Physikalische Maßnahmen und Bewegung
 
regelmäßiger Ausdauersport
Herz-Kreislauf Training
Krankengymnastik
Wärmebehandlung
Kältetherapien
Bindegewebsmassagen

Medikamente
 
Antidepressiva
Schmerzmittel mit Wirkstoff Tramadol
Akupunktur

Psychologische Hilfen
 
kognitive Verhaltenstherapie


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