Dekubitus wird auch Wundliegen oder Druckgeschwür genannt. Dabei handelt es sich um eine Schädigung der Haut und des darunter liegenden Gewebes bis hin zum Knochen. Es ist eine chronische Krankheit, die mehr oder weniger starke Schmerzen verursachen kann. Dekubitus kann unterschiedliche Größen erreichen.
Druckgeschwüre können an allen Körperteilen des Menschen entstehen, wenn längere Zeit Druck auf Hautgebiete einwirkt und keine Entlastung der betroffenen Region durch Umlagern des Körpers stattfindet. Sie entsteht meist an den Körperstellen, die nicht durch Muskeln oder Fettgewebe gegen Auflagendruck geschützt sind, d.h. die Körperstellen, an denen die Haut direkt über dem Knochen liegt. Besonders angreifbar wird die Haut jedoch, wenn sie durch Schweiß, Wundsekrete, Urin oder Stuhl ständig feucht ist. Auf gar keinen Fall darf zum Trocknen der Haut ein Fön verwendet werden, weil es aufgrund der oftmals vorhandenen Nervenschädigung zu Verbrennungen kommen kann.
Unbehandelt kann sich Dekubitus zu großflächigen, tiefreichenden und lebensbe- drohenden Geschwüren entwickeln. Werden keine vorbeugende Maßnahmen ergriffen kommt es zu Rötungen der betroffenen Körperregionen mit anschließender Blasenbildung. In der weiteren Folge stirbt das Gewebe ab. Besonders gefährdet sind alte und unbewegliche, schwer kranke und gelähmte Menschen, sowie Diabetiker.
Ursache
Die Ursache für Wundliegen entsteht dadurch, dass ein zu großer Druck auf das Gewebe einwirkt. An bestimmten Körperstellen kann der Druck besonders auf das Gewebe einwirken. Dies ist immer dann der Fall, wenn Knochen direkt unter der Haut liegen, ohne dass diese von Fett oder Muskeln gepolstert werden. Wird der Druck über einen längeren Zeitraum ausgeübt, so werden die kleinen Blutgefäße der betroffenen Körperstelle zusammengedrückt. Dadurch findet dort keine ausreichende Sauerstoff – und Nährstoffversorgung mehr statt. Die Zellen sterben ab und es bilden sich Druckgeschwüre.
Gesunde und junge Menschen ändern automatisch mehrmals ihre Sitz- und Liegeposition, da das Nervensystem Signale, wie Schmerzen sendet, dass zuviel Druck ausgeübt wird. Diese wichtigen Bewegungen finden bei kranken und alten Menschen jedoch nicht statt. Sie verharren über einen längeren Zeitraum unbeweglich in einer Position. Diabetiker (Zuckerkrankheit) und Rückenmarksverletzte sind besonders gefährdet, da die Nerven meist nicht mehr richtig arbeiten, um die oben genannten Signale aussenden zu können. Ebenso trifft dies auf bettlägerige Menschen zu, die gleichzeitig in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind.
Begünstigungen
Feuchte Haut (z.B. Harninkontinenz) begünstigt häufig ein Druckgeschwür. Durch das längere Liegen in der Feuchtigkeit verändert sich der Säure-Fett-Mantel der Haut wodurch sich Keime an den betroffenen Regionen ansiedeln. Dabei treten Wundschäden der Haut und später des Gewebes bis hin zu Knochenschäden auf.
Häufig sind folgende Körperregionen von Dekubitus betroffen:
Von Dekubitus betroffene Körperregionen
Neben dem erhöhten Druck spielen auch Scherkräfte eine große Rolle. Scherkräfte entstehen, wenn Druck und Bewegung zusammenwirken, beispielsweise wenn jemand, der sich selber nicht aufrichten kann, im Bett oder Stuhl nach unten gleitet. Da die Haut älterer Menschen trocken, schlaff und wenig elastisch ist können durch die Scherkräfte ganze Hautschichten abgetrennt werden.
Symptome
Symptomatisch für Dekubitus ist die Veränderung der Haut. Eine bleibende Rötung kann dabei schwere tiefe Wundgeschwüre an Haut, Muskeln und Knochen auslösen.
Man unterscheidet vier verschiedene Schweregrade des Dekubitus.
 |
Stadium I
Anfänglich treten Rötungen an den betroffenen Körperstellen auf. Die Rötungen gehen auch nach der Druckentlastung nicht wieder weg. Es kann ggf. zu Erwärmungen des betroffenen Bereichs der Haut kommen. Die Haut ist jedoch intakt.
|
 |
Stadium II
In diesem Stadium bilden sich Blasen oder es schürft die oberste Hautschicht ab. Es entsteht eine offene Wunde, die jedoch noch oberflächig auf der Haut ist.
|
 |
Stadium III
Die Haut ist vollständig zerstört und das Druckgeschwür greift bereits das darunter liegende Bindegewebe an. Ein tiefes, offenes Geschwür ist sichtbar. Allerdings sind Muskel- und Knochengewebe noch intakt.
|
 |
Stadium IV
Haut, Muskeln und Knochen sind zerstört. Man kann sogar freiliegende Knochen erkennen. |
Ein Druckgeschwür ist mit bloßem Auge zu erkennen. Dabei empfiehlt es sich bei den gefährdeten Menschen die möglicherweise betroffenen Körperstellen anzuschauen.
Diagnose
Zur Diagnose sollte man den Finger-Test durchführen. Dabei drückt man mit dem Zeigefinger auf die gerötete Stelle des Körpers. Liegt keine Dekubitus vor müsste die Haut verblassen. Bleibt die Rötung bestehen so befindet sich der Betroffene bereits im 1.Stadium. Im weiteren Verlauf geben Gewebeabstriche wichtige Anhaltspunkte für die richtige Wundbehandlung. Bei Verdacht auch Knochenschädigungen geben Rötgenuntersuchungen Aufschluss darüber.
Therapie
Hat sich ein Druckgeschwür gebildet muss durch eine konsequente Therapie die Ausbreitung verhindert werden. Dabei ist eine sofortige Druckentlastung notwendig. Dazu gehört das regelmäßige spezielle Umlagern des Betroffenen. Spezielle Lagerungshilfen, wie Unterlagen, Betten, Matratzen und Kissen unterstützen eine gute und gleichmäßige Druckverteilung. Außerdem sollte auf die Ernährung des Patienten geachtet werden. Außerdem muss die Wunde mindestens zweimal täglich mit feuchten sterilen Wundverbänden behandelt werden. Besonders wichtig ist die Versorgung mit Vitamin C und Zink zur Förderung der Wundheilung.
Das abgestorbene Gewebe muss chirurgisch entfernt werden.
Wie Ihnen die hhp Massageliege bei Dekubitus (Wundliegen) helfen kann, beschreibt der wissenschaftliche Beirat der Firma hhp in Ihrem persönlichen Angebot. |